Thema des Monats
Juni

ZWANGSTROCKNUNG – KEINE DROHUNG, SONDERN CHANCE DURCH TECHNIK.

Zwangstrocknung klingt zunächst einmal nach etwas, das man nicht haben will oder zu vermeiden sucht. Dahinter steckt aber einfach nur die geniale Idee, die Trocknung des Estrichs mit technischen Mitteln zu beschleunigen. Durch eine Zwangstrocknung des Estrichs ist eine frühere Belegreife des Bodens möglich.

Wie alle mineralischen Baustoffe müssen auch Estriche das überschüssige Zugabewasser an die Umgebungsluft abgeben. Zum zügigen Erreichen der Belegreife ist deshalb eine fachgerechte Trocknung wichtig. Calciumsulfat-Fließestriche bieten die Chance, durch Zwangstrocknung den Zeitraum bis zur Belegreife deutlich zu verkürzen. Aufgrund des schnellen Abbindens und des sehr geringen Schwindens nimmt der Calciumsulfat-Fließestrich diese Maßnahme nicht übel, sondern belohnt sie mit einer schnellen Trocknung. Zementestriche dagegen dürfen nicht frühzeitig zwangsgetrocknet werden, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Ränder stark aufschüsseln und Risse im Estrich entstehen.

DIE KÜNSTLICHE TROCKNUNG

Die Zwangstrocknung ist eine künstliche Trocknung von Calciumsulfat-Fließestrichen, bei der die Kondensationstrocknung am häufigsten zur Anwendung kommt. Ein Kondensationstrockner funktioniert nach dem Kühlschrank-Prinzip: Der Raumluft wird im Gerät durch Abkühlung Feuchtigkeit entzogen. Anschließend wird die Luft erwärmt und mit einem stark verringerten Feuchtegehalt wieder an die Raumluft abgegeben.

Damit der Estrich nicht nur unmittelbar um den Kondensationstrockner getrocknet wird, ist der gleichzeitige Einsatz von Ventilatoren bei einer künstlichen Trocknung erforderlich. Die Kombination aus Trockner und Ventilator führt generell zu einem besseren Ergebnis.

Zur Beachtung:
Fenster und Außentüren sind bei der Zwangstrocknung zu schließen,
   da sonst die eintretende Außenluft statt des Estrichs getrocknet wird.
Das im Gerät anfallende Kondenswasser muss abgeleitet bzw. die
   Auffangbehälter regelmäßig entleert werden.

UNSER TIPP:

Bei Temperaturen unter 12 °C ist auf eine zusätzliche Beheizung der Räume, z.B. mit elektrischen Heizgeräten, zu achten. Außerdem sollten Trocknungsgeräte regelmäßig umgestellt werden, um eine gleichmäßige Trocknung des Estrichs zu gewährleisten. Mehr Informationen über die richtige Trocknung bzw. Lüftung erfahren Sie in unserem Merkblatt Nr. 2 „Trocknung von Calciumsulfat-Fließestrichen“.